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Hans Michael Hensel

Die Gedanken sind frei?

Sind die Gedanken noch frei?

Sind die Gedanken noch frei?

Gedanken mögen noch frei sein, aber Smileys auf Facebook und Twitter sind es nicht mehr. Zu Weihnachten 2020, im 15. Jahr der garstigen Raute, sorgen tüchtige, eifrige oder eifernde deutsche Generalstaatsanwälte im Kalifa… äh, entschuldigen Sie bitte, ich meine: im Bezirk Hessen-Süd – keineswegs theoretisch, sondern mit Nachdruck dafür, daß unsere ansonsten wohl, wie es scheint, unterbeschäftigten Ermittler der Kriminalpolizei sich jetzt immerhin um verbotene – so wörtlich – „augenzwinkernde Smileys“ von Bürgern auf Facebook kümmern dürfen.

Natürlich nur dann, wenn solche oder andere Smileys unter unerwünschte, also wohl – im Sinne der oberbetschwesterlichen Regierung von Woelkikuckucksheim – entweder „unentschuldbare“ oder doch zumindest „nicht hilfreiche“ Beiträge gesetzt werden:

Staatsanwaltschaft ermittelt erstmals wegen Facebook-Like

Singen wir deshalb hier beizeiten das Lied vom Untergang der freien Gedanken, und verfluchen schon jetzt alle Deppinnen und Deppen, die hinterher garantiert wieder behaupten werden, daß sie von alledem nichts gewußt, geschweige denn etwas geahnt hätten:

800 Jahre Gedankenfreiheit in Lied und Zitat

Walther vo der Vogelweide

Walther v. d. Vogelweide

1200
„…sint iedoch gedanke frî…“
(…sind jedoch Gedanken frei..)
Walther von der Vogelweide

1229
„diu bant mac nieman vinden,
diu mîne gedanke binden.“
(Das Band kann niemand finden,
das meine Gedanken bindet.)
Freidanck

1520
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan.“
Martin Luther

1780
„Die Gedanken sind frei!“
Freiheitlich gesinnte Studenten

1806
„Kein Mensch kann sie wissen,
Kein Jäger sie schießen;
Es bleibet dabei,
Die Gedanken sind frei.“
Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn.

1817
„Rede- und Pressefreiheit sind verfassungsmäßig zu garantieren.“
Forderung der deutschen Burschenschaften

1848
„Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.“
Hoffmann von Fallersleben

1942
„Die Gedanken sind frei.“
Sophie Scholl, die sich abends an die Gefängnismauer stellte, um ihrem dahinter einsitzenden Vater auf der Blockflöte die Melodie vorzuspielen.

1948
„Die Gedanken sind frei.“
Ernst Reuter; nach dessen berühmter Rede „An die Völker der Welt“ in Berlin wurde spontan dieses Lied gesungen.

1954
„Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.“
Allgemeines Kommersbuch des Deutschen Sängerbundes.

1963
„No man can deny:
Die Gedanken sind frei.“
Pete Seeger

1969
„Mehr Demokratie wagen.“
Willy Brandt

1976
„Die Gedanken sind frei.“
Leonhard Cohen, der das Lied für seine Deutschlandtournee ins Programm nahm.

1990
„Die Gedanken sind frei.“
Nena, die das Lied auf ihrer Platte mit Kinderliedern veröffentlichte.

2010
„Die Gedanken sind frei.“
Sympathisanten des inhaftierten Schriftstellers Liu Xiaobo sangen das Lied vor dem Gebäude, in dem Liu in Abwesenheit der Friedensnobelpreis verliehen wurde.

2012
„Freiheit lebt und überlebt nur dort, wo sie in den Herzen der Menschen fest, tief und kompromißlos verankert ist. Man vergleiche diese Haltung, diesen Stolz des freien Mannes, mit der Einstellung jener erbärmlichen Kreatur, die heute an der Hundeleine des Wohlfahrtsstaates geht: …“ (Hier weiterlesen: http://www.pi-news.net/2016/04/roland-baader-der-stolz-des-freien-mannes/)
Roland Baader

Die Freiheit im pfaffentöchterlichen Rautenstaat:

2013
„Wir müssen vorsichtig sein.“
Der Leiter des Dresdner Kreuzchors, Peter Kopp, strich im Oktober 2013 das Lied vorauseilend-unterwürfig aus dem Programm für eine Chinatournee, um einen wohl nur von ihm selbst befürchteten Eklat zu vermeiden.

2015
„Wir schaffen das.“
Oberbetschwester Merknix, GröFaZ (Größte Fremdenführerin aller Zeiten), nach der Kritik an ihrem gesetzeswidrigen Import von weit überwiegend illegal in unser Land einreisenden männlichen mohammedanischen Einwanderern, Verfolgten, Asylbewerbern, Wirtschafts- und Wehrdienst-„Flüchtlingen“, Ärzten, Ingenieuren, auch sogenannten „Schutzsuchenden“ und frommen „Fachkräften“ im besten Kampfesalter ohne nachprüfbare Identität. Zu einem leider wichtigen, besonders lauten und zu oft gefährlich schnell beleidigten Teil sind erschreckend viele von ihnen freiheitsfeindlich gesinnt und nach der Scharia angehalten, unsere Vorstellung von Freiheit zu verachten und zu bekämpfen.

2016
„Wir müssen mehr gegen rechts tun.“
Linksradikale Politiker zur Begründung, warum sie antideutsche Faschisten (AntiFa), sonstige Neofa-Gruppen und linkspopulistische bis linksradikale Stiftungen und NGOs wie diejenige der ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin Anetta Kahane und andere alte und neue Denunzianten und Blockwarte mit Millionenbeträgen aus unseren Steuergeldern zuschütten.

2017
„Freie Gedanken sind nur dann erwünscht, wenn sie meiner Meinung nicht widersprechen.“
Dem linkspopulistischen introlleranten ;–)) Staatsfunk-Clown Jan Böhmermann von mir in den Mund gelegt. Er stimmte am 21. Mai 2017 in Frankfurt am Main mit todernster Miene tatsächlich und höchstpersönlich das Lied „Die Gedanken sind frei“ an, ohne daß es einen deutschlandweiten Aufschrei ob dieser Verlogenheit gab.

2020
„58 und AntiFa. Selbstverständlich.“
Die selbstverständlich unwählbare linksradikale Vorsitzende und Apparatschik der Spezialdemokraten, Saskia Esken.

2021 (Ausblick)
Die bekannte Melodie mit dem umgedichteten Text „Die Getränke sind frei.“ darf vermutlich noch gesungen werden. Allerdings sind z. B. Kneipen und Konzertsäle, in denen man dieses Lied theoretisch darbieten und hören könnte, seit Monaten wegen des China-Virus praktisch geschlossen. Diese Institutionen werden derzeit also keineswegs theoretisch, sondern ganz praktisch in den Ruin getrieben. Auch beim heimlichen Singen in den eigenen vier Wänden oder in der freien Natur sollte man aber dennoch überall auf eventuell mithörende Blockwarte und Denunzianten achten.

Die Gedanken sind frei,
Wer kann sie errathen?
Sie rauschen vorbei
Wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wißen,
Kein Jäger sie schießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

Ich denke was ich will
Und was mich beglücket,
Doch alles in der Still
Und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
Kann niemand verwehren.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

Und sperrt man mich ein
Im finsteren Kerker,
Das alles sind rein
Vergebliche Werke;
Denn meine Gedanken
Zerreißen die Schranken
Und Mauern entzwei:
Die Gedanken sind frei.

Nun will ich auf immer
Den Sorgen entsagen,
Und will mich auch nimmer
Mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
Stets lachen und scherzen
Und denken dabei:
Die Gedanken sind frei.

Ich liebe den Wein,
Mein Mädchen vor allen,
Die thut mir allein
Am besten gefallen.
Ich sitz nicht alleine
Bei einem Glas Weine,
Mein Mädchen dabei:

Die Gedanken sind frei.
Franz Ludwig Mittler: Deutsche Volkslieder. Hamburg: Elwert 1856, 660.

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