Offizier und Gentleman (7)

Bild aus einem Album aus dem Nachlaß von Friedrich Wilhelm Heinz, von Wolf Justin Hartmann ebenso wie von allen anderen dort abgebildeten Personen unterzeichnet.
Zeichnung von 1941

In Brandenburg beginnen Anfang 1941 die Vorbereitungen zum „Unternehmen Barbarossa“, dem Feldzug gegen die Sowjetunion im Juni. Hierbei sollen die „Brandenburger“ bei den drei Heeresgruppen Nord, Mitte und Süd in vorderster Linie im sogenannten Tarneinsatz kämpfen [unter Verwendung von Uniformen oder Uniformteilen des Gegners].

Hartmann, am 1. April 1941 zum Hauptmann z.V. befördert, führt im I. Bataillon/Lehrregiment „Brandenburg“ z.b.V. 800 noch immer die 2. Kompanie.

Dieses 1. „Brandenburgische“ Bataillon unter ihrem Kommandeur, Major Friedrich Wilhelm Heinz, ist der Heeresgruppe Süd, 6. Armee, XXXXIV. Armeekorps, unterstellt und der 1. Gebirgsdivision zum Kommando- und Kampfeinsatz zugeteilt.

Am 16. Juni 1941 werden die Kompanien ins polnische Zakopane in der Hohen Tatra in Marsch gesetzt. Dort teilt sich das Bataillon auf. Major Heinz mit der 2. (Dr. Hartmann) und der 4. Kompanie (Oberleutnant Kürschner), verlegen über Krakau, Tarnow und Jaroslaw nach Przemysl [äußerster Südosten Polens] in den Abschnitt des XXXXIX. Gebirgskorps, das im Rahmen der 17. Armee kämpft.

Die 2. Kompanie unter Hauptmann Dr. Hartmann spaltet sich bei Przemysl vom Bataillon ab und wird nach Norden herausgezogen. In unmittelbarer Nähe der Eisenbahnbrücke über den San, nördlich Przemysl, geht sie in Bereitschaft.

Nach Beginn des Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni um 3 Uhr 30 marschiert Hartmanns Kompanie aus der Ortschaft Nakle weiter vor bis Bucow. Hier kommt sie in das Feuer sowjetischer Artillerie und verliert durch einen Volltreffer fünf Mann.

Einen Tag später, am Abend des 23. Juni, erreicht die 2. Kompanie eine Hauptabwehrlinie der Sowjets, die Medica-Linie. Zusammen mit einer Panzerabteilung durchbrechen Hartmann und seine Männer diese Linie und erreichen, nach weiteren Kämpfen, am 25. Juni Radymno.

Hier bleibt die 2. Kompanie bis zum 27., um sich dann mit der „Kampfgruppe Heinz“ [I. Bataillon/Lehrregiment „Brandenburg“ z.b.V. 800 + ukrainisches Legionärsbataillon] wieder zu vereinen.

Am 28. Juni findet man diese Kampfgruppe, rund 10 Kilometer vor einer stark befestigten Verteidigungslinie bei Lemberg, das von den „Brandenburgern“ am 29. Juni nachts im Handstreich genommen werden soll.

Als um 3 Uhr der Angriff beginnt, jagen die ukrainischen Legionärskompanien, bei mäßigem Feindwiderstand, auf Lemberg zu.

Dort finden sie in den von der NKWD [früherer sowjetischer Geheimdienst] fluchtartig geräumten Gebäuden, darunter drei Gefängnissen, etliche Massengräber, in denen einige Tausend ermordeter Ukrainer liegen.

Zwei Tage vor dem Abrücken hatten die NKWD-Truppen Massenerschießungen vorgenommen und auch nicht vor Kindern und Greisen halt gemacht.

Major Heinz kommt, an der Spitze des Kradzuges, eine Stunde später in die Stadt und rettet dort den Bischof der Unierten Kirche, Graf Czepticki, der in der von den Sowjets in Brand gesetzten Kathedrale gefesselt liegend, gerade noch einem qualvollen Tod entgeht.

Von der ukrainischen Bevölkerung Lembergs werden die Brandenburger als Befreier gefeiert. Trotz ausdrücklichen Verbots lassen Heinz und die Kompaniechefs im I. Bataillon, darunter Hartmann, so wie bereits zuvor in eingenommenen Ortschaften, die Feldküchen auffahren, um hungrige Zivilisten zu verpflegen.

Wolf Justin Hartmann steht links auf dem Bild, etwas im Hintergrund. Das Bild gehört thematisch zum ersten Absatz des nachfolgenden Zitats.
Juli 1941

Die 2. Kompanie unter Hauptmann Dr. Hartmann bleibt bis zum 2. Juli in Lemberg und verlegt dann nach Tarnopol, von dort weiter nach Grzymalow. Hier übernimmt sie bis zum 7.Juli Sicherungsaufgaben.

Am 13. Juli wird die Kompanie über den Sbrutsch [Zufluß des Dnister im Westen der Ukraine] mit dem Auftrag nach Satanow verlegt, als „Vorausabteilung der 4. Gebirgsdivision über Perehonka in Richtung Michaelpol vorzustoßen“.

Franz Kurowski berichtet in seinem Buch, „Deutsche Kommandotruppen 1939-1945“, Teil 1, von diesem Einsatz:

Am 17. Juli marschiert der Spitzenzug der 2. Kompanie unter Führung von Dr. Hartmann nach Ljudowka nahe der Hauptstraße nach Winniza. Auf den Ort ging den ganzen Tag leichtes Artilleriefeuer und Granatwerferbeschuss nieder. Hauptmann Dr. Hartmann versammelte seine Kompanie-Offiziere Leutnant Schatz, Leutnant Glüning und Leutnant Wohlgefahrt [alle in Russland gefallen] um sich. Durch sie ließ er die Stellungen am Ortsrand ausbauen und die Sicherungen verstärken. Der MG-Zug der 4. Kompanie unter Leutnant Mendau wurde der 2. Kompanie unterstellt, um die Kampfkraft zu stärken.

 

Im Walde, etwa drei Kilometer des Ortes, wurden Feindansammlungen und Truppenbewegungen festgestellt. Noch in der Dunkelheit des 18. Juli verließ die 2. Kompanie, von drei Sturmgeschützen unterstützt, das Dorf in Richtung Norden. Dann wurde eingeschwenkt und der Angriff nach Südosten auf das Wäldchen begonnen. Dieser erstickte im mörderischen Feuer der fanatisch kämpfenden russischen Infanterie [Komsomolzen-Regiment], die sich auf einem abgeernteten Kleefeld unter den Heuhaufen versteckt hatte.

 

Werferfeuer fiel darin ein. Im Sturmangriff versucht die 2. Kompanie, den Feind zu überlaufen. Das Seitengewehr aufgepflanzt, die Spaten bereit haltend, kommt es zu Nahkampf. Der Feind wird in einem wilden Gefecht geworfen und zieht sich, weit über 100 Tote zurück lassend, zurück.

 

Dieser Erfolg wurde mit dem Tod von 28 „Brandenburgern“ und der Verwundung von weiteren 50 Soldaten und aller Offiziere der 2. Kompanie, mit Ausnahme von Leutnant Schatz, viel zu teuer bezahlt. Dies war kein „Brandenburger“-Einsatz. Ein solcher Angriff über offenes Gelände fraß die Substanz der Soldaten, die in einer völlig anderen Gefechtsart ausgebildet worden waren. Die Reste der 2. Kompanie zieht sich am Abend auf das Dorf Ljudowka zurück.

Ljudowka, 18. Juli 1941
Ljudowka, 18. Juli 1941

 

Hauptmann Dr. Hartmann war während des Gefechtes durch eine leichte Verwundung ausgefallen und nach hinten transportiert worden. Der einzige noch lebende Offizier, Leutnant Schatz, sammelt die Kompanie.

 

Der Torso der 2. Kompanie „Brandenburg“ verlegt am 22. Juli nach Juswin, westlich Winniza, zurück und bleibt dort bis zum 4. August.

 

Am 30. Juli erscheint Admiral Canaris mit dem Regimentskommandeur. Nach dieser Feldbesichtigung verlegt die 2. Kompanie über Lemberg, wo der leichtverwundete Hauptmann Dr. Hartmann wieder hinzustößt, zurück nach Brandenburg an der Havel, wo sie aufgestockt, neu ausgerüstet und jetzt auch zum Kampf im geschlossenen Verband ausgebildet wird.

Infanterie SturmabzeichenHauptmann Dr. Hartmann wird ausgezeichnet mit der Spange 1939 zum Eisernen Kreuz von 1914 und dem Infanterie-Sturmabzeichen in Silber. [Dieses Tapferkeitsabzeichen in der Ausführung Silber war Soldaten der Schützenkompanien nicht motorisierter Infanteriedivisionen und Gebirgsjägerkompanien vorbehalten. Bedingungen für die Verleihung ab 1. Januar 1940 waren die Teilnahme an „drei Sturmangriffen“, „in vorderster Linie“, „mit der Waffe in der Hand einbrechend und „an drei verschiedenen Kampftagen“].

Wolf Justin Hartmann trug diese Auszeichnung mit Stolz, denn immerhin war er zum Zeitpunkt der Verleihung bereits 47 Jahre alt und in einem Bataillon, das so ganz anders war als die Masse der übrigen Infanteriebataillone der Deutschen Wehrmacht von 1941.

Und weil dieses I. Bataillon „Brandenburg“ so anders war, möchte ich den Leser in einem Exkurs ausführlicher darüber informieren und mit dem Mann beginnen, der das Bataillon, in dem Wolf Justin Hartmann Offizier war, Anfang 1940 übernommen hatte: mit dem damaligen Hauptmann Friedrich Wilhelm Heinz.

Grund für diese eingehende Redaktion dieses Komplexes ist, weil hier, zum ersten Mal überhaupt, auch die Rolle Wolf Justin Hartmanns im Umfeld des Widerstandes beleuchtet wird.

Denn Wolf Justin Hartmann war ein enger Freund eines der wenigen überlebenden Mitglieder des frühen aktiven Widerstandes gegen das nihilistische NS-Regime, des eben erwähnten damaligen Hauptmanns Friedrich Wilhelm Heinz:

Friedrich Wilhelm Heinz
Friedrich Wilhelm Heinz

Friedrich Wilhelm Heinz [*7. Mai 1899 Frankfurt/Main, †26. Februar 1968 Bad Nauheim], ist im Ersten Weltkrieg aktiver Infanterieleutnant. Nach 1918 folgen: Freikorps, Brigade Ehrhardt, Ruhrkampf, Mitglied rechtsgerichteter Organisationen, führende Rolle im „Stahlhelm“, erfolgreicher Schriftsteller [u.a. Sprengstoff, Durchbruch ins Reich] und, zusammen mit Ernst Jünger, Franz Schauwecker und Wilhelm Kleinau, Herausgeber der nationalrevolutionären „Standarte“.

1930 wird er nach dem Versuch, zusammen mit Gregor Strasser [31.Mai 1892 Geisenfeld – am 30. Juni 1934 ermordet im Zuge des sog. Röhm-Putsches“] die Gruppe Hitler, Esser, Streicher in Süddeutschland auszuschalten, „als Parteischädling“ aus der NSDAP ausgeschlossen. Adolf Hitler hatte schriftlich entschieden, „daß F.W.Heinz niemals wieder aufgenommen“ werden darf.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten erlebt er in Berlin.

Am Abend des Reichstagsbrandes, am 27. Februar 1933, wird er von einem SA-Rollkommando in eines der „wilden “ Konzentrationslager verschleppt und kommt nur durch die Intervention prominenter Stahlhelmführer frei.

Von nun an lebt HEINZ in ständiger Angst, da einer seiner Intimfeinde, Gauleiter Rust, inzwischen zum Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ernannt worden ist.

Auch kann er seinen journalistischen Beruf nicht mehr ausüben, da er ja durch Führerbeschluss aus der NSDAP ausgeschlossen bleibt und das neue Schriftleitergesetz eine Parteimitgliedschaft empfiehlt.

Doch eine Emigration ins Ausland kommt für ihn als Patrioten nicht in Frage.

Am 30. Juni 1934, der „Nacht der langen Messer“ im Zuge des sog. Röhm-Putsches, taucht er für kurze Zeit unter, um nicht auch einem Mordkommando zum Opfer zu fallen, das „alte Rechnungen“ begleichen soll.

Bis zur Auflösung der Stahlhelm-Schriftleitung im November 1935, redigiert HEINZ, zusammen mit Franz Schauwecker, die Stahlhelmzeitung.

Dann steht er, inzwischen Vater von drei Kindern, mit dem Wissen auf der Straße, dass noch immer genügend belastendes Material aus der Zeit vor 1933 existiert, das ihm als Parteischädling lebensgefährlich werden kann, mindestens aber eine Einweisung ins KZ befürchten lässt.

So hatte er, in seinem 1930 geschriebenen biografischen Roman „Sprengstoff“ – im Abschnitt nach dem gescheiterten Hitlerputsch im November 1923 – den Geschäftsführer des Bundes Wiking, Friedmann, über Adolf Hitler sprechen lassen: „Der hat sich als erster auf den Bauch geworfen, dass er sich die Beine verstaucht hat. Dann hat er sich in seinen roten Fiatwagen geschwungen und ist abgehauen.“

Und Kapitänleutnant Kautter, Stellvertreter von Kapitänleutnant Ehrhardt, fährt im Buch fort: „Ohne jede Sicherung hat Hitler seine Leute ins Feuer geführt. Nichts war vorbereitet. Er wusste überhaupt nicht, was er wollte. Als es dann knallte, hat sich der größenwahnsinnige Adolf verkrümelt. Kein Mensch weiß, wo er steckt. Seine Leute hat er einfach im Stich gelassen. Revolutionen mit dem Maul. Haben Sie es vom ihm jemals anders erwartet?“

Bereits 1933 werden Heinz´ Bücher nicht mehr angeboten, 1937 findet man sie in der „NS-Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“, in einem Gestapo-Gutachten gelten sie als national-bolschewistisch.

So wächst in Heinz der Entschluss, wieder in die Wehrmacht einzutreten. Die Hürde der politischen Unbedenklichkeitsprüfung meistert er dergestalt, dass ihm ein Kamerad aus der Zeit der Freikorps, der inzwischen an der Spitze der Abwehr stehende Kapitän z.S., Wilhelm Canaris (1. Januar 1887 Aplerbeck bei Dortmund – hingerichtet 9. April 1945 KZ Flössenburg), diese bescheinigt.

1936 absolviert Heinz als Leutnant d .R. eine Eignungsübung im I.R. 26 Flensburg und tritt als Hauptmann in die Abwehr ein (Referat IIIc3 „Spionageabwehr außerhalb der Wehrmacht“).

Hier, in der Abwehr, trifft er, neben seinem Gruppenleiter Oberstleutnant Hans Oster (9. August 1887 Dresden – hingerichtet 9. April 1945 KZ Flössenburg), einem Monarchisten und Skeptiker gegen das neue Regime, auf eine ganze Reihe alter Bekannter, die allesamt der nationalsozialistischen Idee Hitlerscher Prägung ablehnend gegenüber stehen und auch bereit sind, das Wagnis eines Umsturzes zu tragen.

Prinz Wilhelm von Preußen
Prinz Wilhelm

Mit dem Enkel Kaiser Wilhelms II., dem Prinzen Wilhelm von Preußen (4. Juli 1906 Potsdam – 26. Mai 1940 Nivelle/Belgien) verbindet Heinz eine tiefe Freundschaft, er sieht ihn ihm, nach einem geglückten Putsch, das neue royale Staatsoberhaupt, eingebunden allerdings in eine konstitutionelle Monarchie nach dem Beispiel Großbritanniens. Eine Rückkehr zu „wilhelminischen Verhältnissen“ lehnen dagegen alle Beteiligten ab!

Im September 1938, während der „Sudeten-Krise“, kommt es zu dem sog. Witzleben-Oster-Beck-Staatsstreichversuch mit dem Plan, Hitler durch Stoßtrupps, die Witzleben in die Reichskanzlei begleiten sollen, zu verhaften und entweder vor dem Reichsgericht aburteilen zu lassen oder ihn in eine Anstalt einzuweisen.

General Erwin von Witzleben (4. Dezember 1881 Breslau – hingerichtet 8. August 1944 Berlin-Plötzensee) erteilt Heinz Anfang September 1938 den Auftrag, einen Stoßtrupp zwischen zwanzig und dreißig Mann aufzustellen.

Alle damals möglichen Vorbereitungen werden abgeschlossen, allerdings kann Heinz seinen Vorgesetzten und Kameraden Oster davon überzeugen, dass ein lebender Hitler mehr Macht besitzt als alle Truppenteile, die von Witzleben für die Aktion vorgesehen hat.

Oster und Heinz kommen zum Entschluss, Hitler während des Unternehmens zu erschießen, was allerdings zu dieser Zeit weder von General Ludwig Beck (29. Juni 1880 Biebrich bei Wiesbaden – Selbsttötung 20. Juli 1944 Berlin), noch von Witzleben geteilt wird.

Die unter dem Befehl von Witzleben stehenden Verbände sollen, nach dem Sturm auf die Reichskanzlei, Berlin abriegeln und den Putsch absichern.

Soweit es möglich ist, werden die Angehörigen der Stoßtrupps in verschiedenen Berliner Wohnungen untergebracht, u.a. in der Eisenacher Straße 118 in Schöneberg. Andere warten zu Hause auf das Signal zum Losschlagen.

Allerdings ist ein Putsch in den Augen der Verschwörer nur dann sinnvoll, wenn Hitler weiter bei seinen Kriegsplänen bleibt und die Mobilmachung gegen die Tschechoslowakei anordnet, denn die Bevölkerung will keinen Krieg (eine Panzerparade in Berlin stößt bei den an der Straße stehenden Zuschauern auf völliges Schweigen). Es bestand also durchaus die Möglichkeit, dass ein erheblicher Teil des deutschen Volkes einem Regimewechsel neutral gegenüber geblieben wäre, wenn es die wahren Beweggründe der Putschisten erfahren hätte, nämlich die Wiederherstellung des Rechts im Reich.

Gleichwohl sind alle Vorbereitung nutzlos, da Hitler durch das am 29./30. September 1938 mit dem englischen Außenminister Chamberlain, dem italienischen Staatsführer Mussolini sowie dem französischen Ministerpräsidenten Daladier geschlossenen „Münchener Abkommen“ sein Ziel, den Anschluss des deutsch besiedelten Sudetenlandes, ohne Waffengewalt erreicht hat und er, gleichsam über Nacht, zum „Friedenskanzler“ avanciert.

Die Männer des Stoßtrupps werden aus ihren Quartieren abgerufen, die vorbereiteten schriftlichen Unterlagen (Aufrufe, Denkschriften usw.) teilweise vernichtet. Die Verantwortlichen sind zutiefst enttäuscht.

Der nach Meinung der Historiker am besten vorbereitete Putschversuch gegen das Hitler-Regime ist, unter anderem durch Englands Nachgeben, aber auch durch das völlige Versagen der Masse der passiven deutschen Generalität, gescheitert.

Heinz nimmt am Frankreich-Feldzug teil. Nach Berlin zurückgekehrt, erreicht ihn die Nachricht, dass sein Freund und der von ihm nach einem gelungenen Umsturz als monarchistisches Staatsoberhaupt favorisierte Prinz Wilhelm von Preußen, als Oberleutnant und Führer einer Infanteriekompanie, am 23. Mai 1940 bei Valenciennes (Frankreich) schwer verwundet worden und am 26. Mai im Feldlazarett Nivelles (Belgien) verstorben ist.

Mit dem Tode seines Freundes, des Prinzen Wilhelm, sind die Möglichkeiten, die konstitutionelle Monarchie an die Stelle der Hitlerdiktatur zu setzen, endgültig gescheitert.

Fortsetzung: http://www.hmhensel.com/zwei-haudegen-right-or-wrong-my-country/

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