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Hans Michael Hensel

Deutschland wird zahlen

Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier

In diesen Tagen wurde deutlich, mit welcher Verblendung deutsche Außenpolitik betrieben wird. Nachdem Mitglieder unserer Regierung als eifrige Nachplapperer Amerikas die Aufgabe gelöst hatten, das Verhältnis zu Russland zu zerstören, ist es unserer Diplomatie nun auch gelungen, das Verhältnis zu den USA massiv zu gefährden, vielleicht zu zerstören.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat es für richtig gehalten, den gewählten künftigen Präsidenten der mächtigsten Demokratie der Erde, Donald Trump, als „Hassprediger“ zu bezeichnen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel meinte, Trump sei neben dem russischen Präsidenten Putin und dem türkischen Präsidenten Erdoğan Mitglied einer „neuen autoritären chauvinistischen Internationale“. Die Vorsteherin unseres offiziell als Verteidigungsministerium bezeichneten Bundeswehramtes, Ursula von der Leyen, hielt es ebenfalls für richtig, sich „schockiert“ zu zeigen. (Die Welt vom 12. November 2016, Seite 2). Die Bundeskanzlerin, die wohl schon als Jungführerin in der kommunistischen Freien deutschen Jugend (FdJ) stets ihren uneingeschränkten Einsatz für Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte bewiesen hatte, ließ es an tadelnden Ermahnungen an den künftigen US-Präsidenten nicht fehlen.

Das wird Trump ihr nicht vergessen!

Niemand muss Politiker wie Donald Trump mögen. Was aber wir als Privatleute denken und sagen, ist eine Sache. Etwas völlig anderes ist es, was hohe Amtsträger unseres Staates offiziell über eine Person äußern, die möglicherweise an der Spitze eines für uns wichtigen anderen Staates stehen wird. Deutschland hat sich wieder mal mit einem Plumps zwischen die Stühle gesetzt. Da sitzen wir nun mit unserem breiten Wohlstandspopo auf dem Boden und wissen nicht, wie wir wieder aufstehen sollen. Bundeskanzlerin Merkel hat dem eben noch ermahnten Trump nun großmütig eine „enge Zusammenarbeit“ versprochen (Frankfurter Allgemeine vom 12. November 2016) – aber es wird doch eher umgekehrt ein Schuh daraus: Sie muss wohl froh sein, wenn Trump mit ihr zusammen arbeitet.

Die Folgen diplomatischer Fehlleistungen lassen sich an der kaiserlich-deutschen Diplomatie ablesen, die in Verkennung der leider auch damals nicht sehr großen internationalen Bedeutung Deutschlands zur Tripel Entente von England, Frankreich und Russland (1907) führte. Mit dieser stand aller Welt vor Augen: Deutschland ist isoliert. Freunde hat es auch nicht – „und nun auf es mit Gebrüll“. Das taten die drei dann auch 1914. Die Situation ist heute der damaligen ziemlich ähnlich. Das Ergebnis dieser diplomatischen Steinmeierei wird sein:

1.  Deutschland wird mehr zahlen müssen, in die Nato und überhaupt. Das sagen alle, selbst deutsche Politiker.

2.  Deutsche Ergebenheitsadressen werden nach Washington gehen, um gut Wetter zu machen. Wir werden politisch und finanziell dafür bezahlen, dass man sie dort überhaupt entgegen nimmt.

(Von Dr. Menno Aden, Essen; als Rundbrief zuerst veröffentlicht am 13. November 2016)

 

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